Im Dialog mit: Prof. Dr. Simone Fulda

Shownotes

In der 0-Ausgabe von "wissen.schafft.dialog. Der CAU-Podcast" hat sich Prof. Dr. Simone Fulda, Präsidentin der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, unseren Fragen zu Ihrem Amtsantritt gestellt.

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00:00:01: Ich lade nochmal ganz herzlich alle Mitglieder der Universität ein, diesen gemeinsamen Weg zusammen mit mir und meinen Kolleginnen und Kollegen im neuen Präsidium auch gemeinsam zu beschreiten. Wird eine spannende Aufgabe und glaube ich eine schöne Zeit.

00:00:22: wissen.schaft.dialog. Der CAU-Podcast

00:00:28: Moin Moin, liebe Hörerinnen und Hörer zu Hause und an den mobilen Hörgeräten. Herzlich Willkommen zu wissen.schaft.dialog. dem CAU-Podcast. Mein Name ist Daniel Mumme und ich freue mich auf einen besonderen Gast: Professorin Dr. med Simone Fulda, Präsidentin der CAU, hat sich unseren Fragen gestellt. Bevor wir aber in das Interview reingehen ein paar biographische Eckdaten zu unserem Gast.

00:00:53: Curriculum Vitae - unser Gast im Kurzportrait.

00:00:58: Professorin Dr. med Simone Fulda hat von 1988 bis 1995 Humanmedizin an der Universität zu Köln, der Harvard Medical School, der University of California, der University of Arizona und am University College Dublin studiert. 1995 promovierte sie an der Universität zu Köln und habilitierte sich 2001 an der Medizinischen Fakultät der Universität Ulm und erhielt die Venia Legendi für das Fach Kinderheilkunde. Außerdem absolvierte die Medizinerin von 1995 bis 2001 die Facharztausbildung an den Universitätskliniken Heidelberg und Ulm. Seit 2001 ist die 52-jährige in der lebenswissenschaftlichen Forschung tätig, zunächst gefördert durch ein Heisenberg-Stipendium und dann durch eine Forschungsprofessur der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Von 2010 bis 2020 war sie dann Direktorin des Instituts für Experimentelle Tumor.forschung in der Pädiatrie und Professorin für experimentelle Tumorforschung an der Goethe-Universität Frankfurt, wo sie in den letzten Jahren auch das Amt der Vizepräsidentin für Forschung und akademische Infrastruktur innehatte. Die Medizinerin ist Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina sowie Mitglied in zahlreichen nationalen und internationalen Gremien der Wissenschaftsorganisation, darunter auch im Wissenschaftsrat. Last but not least: Seit dem 1. Oktober 2020 ist Simone Fulda Präsidentin unserer Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.

00:02:14: Curriculum Vitae - unser Gast im Kurzportrait.

00:02:19: Frau Professorin Fulda, wenn ich sie vor 10 Jahren gefragt hätte, was sind Ihre persönlichen Ziele, wäre das Amt der Präsidentin einer großen Landesuniversität dabei gewesen?

00:02:29: Oh, das ist eine sehr gute Frage. Also die Antwort ist glaube ich auch ziemlich klar: Nein. Das Amt der Präsidentin ist, glaube ich, kein Amt, was man sich langfristig schon, ja, vorgenommen hat oder vorstellt, sondern das ist ein Amt was zum jetzigen Zeitpunkt für mich eine ausgesprochen attraktive Option ist und eine ausgesprochen reizvolle Aufgabe.

00:02:58: Wie fühlen Sie sich denn jetzt als Präsidentin einer großen Landesuniversität? Sie sind ja noch relativ frisch im Amt, wie geht es Ihnen damit?

00:03:05: Ja, es ist einfach toll. Also ich muss sagen, dass ich wirklich begeistert bin, dass ich jetzt starten kann mit meinem Amt und meiner Aufgabe und ich freue mich einfach sehr auf die nächsten Wochen, Monate und Jahre, die da vor mir liegen und ich freue mich auf die großartige Aufgabe, die ich zusammen mit den Mitgliedern der Universität und auch mit den Partnern hier in Stadt und Region auch umsetzen möchte.

00:03:28: Von der Banken Metropole in die Kiel Sailing City: haben sie sich schon akklimatisiert?

00:03:34: Ja, das ging sehr schnell. Also ich muss sagen, dass ich Kiel wirklich als eine sehr attraktive Stadt empfinde. Man fühlt sich hier sofort wohl also ich hab sofort gedacht: Ja, das ist es. Ich liebe das Meer, ich finde das einfach toll, auch diese Weite zu haben, diesen Blick nach draußen und diese Weltoffenheit. Und es gibt hier viele, viele schöne Ecken und paar habe ich auch schon kennengelernt. Es gibt sicherlich noch viele, die ich noch nicht kenne und ich bin gespannt, die dann auch entsprechend kennenzulernen.

00:04:02: Sie sind ja gebürtige Kölner. Wie kommen Sie denn bisher, mit der, ich sag mal zurück oder etwas vorsichtig ausgedrückt, norddeutschen Zurückhaltung klar?

00:04:11: Ach also, das funktioniert ganz gut, ja., Ich denke, da muss man auch sehen, dass ich ja an wirklich vielen verschiedenen Orten jetzt in der Welt, auf meinem bisherigen Lebensweg auch schon gelebt habe und ich muss sagen, dass ich mich da auch überall sehr schnell sehr wohl gefühlt habe und dass ich mich da glaub ich auch flexibel auch einstellen kann auf die unterschiedlichen Konstellationen. Und ich habe da keine Bedenken und denke, dass das sicherlich sehr gut funktionieren wird.

00:04:40: Lassen Sie uns einmal in die Zukunft schauen: Die CAU ist ja in der Exzellenzstrategie am Ende nur sehr knapp gescheitert, aber sie sind jetzt mit dem Ziel angetreten, die Uni Kiel in den Kreis der 15 exzellenten Universitäten aufsteigen zu lassen. Wie wollen Sie das erreichen?

00:04:58: Ja, sie haben es vollkommen richtig formuliert, dass meine Vision für die Zukunft der CAU ist, dass die CAU sich zu den 15 exzellenten Universitäten Deutschlands fortentwickelt. Und ich möchte die CAU gerne dorthin führen. Da ist es mir aber sehr wichtig nochmal deutlich zu machen, dass es mir ausdrücklich, aber nicht ausschließlich, jetzt um eine erfolgreiche Positionierung in der Exzellenzstrategie geht. Sondern es geht mir vielmehr um die Weiterentwicklung einer Qualitätskultur hin zu einem hohen Qualitätsniveau und nicht nur ausschließlich um ein singuläres wettbewerbliches Verfahren.

00:05:36: Welche Rolle spielen denn Netzwerke für Sie, wenn sie jetzt auch an die, die Weiterentwicklung und auch die mögliche Neupositionierung der Universität in der Wissenschaftslandschaft denken?

00:05:46: Ja, Netzwerkgedanke. Das ist ein ganz wesentlicher Aspekt, auch von meiner Gesamtstrategie. Also ich halte Kooperationen für einen wesentlichen Schlüssel zum Erfolg, und das gilt jetzt nicht mehr für uns, jetzt als Universität, als CAU, sondern das gilt auch für die Region und für die Stadt. Und ich möchte zusammen mit den verschiedenen Partnern hier in der Region die CAU und die Möglichkeiten, die es hier gibt, in der Region auch ausschöpfen. Das heißt, ich möchte die Kooperationen, die zum Teil ja schon wunderbar bestehen, die möchte ich weiterentwickeln und da Synergien nicht nur in der Forschung, sondern halt auch in weiteren Handlungsfeldern, also zum Beispiel gemeinsame Nutzung von Forschungsinfrastruktur, Digitalisierung, Nachwuchsförderung, Personalentwicklung, Chancengerechtigkeit, Nachhaltigkeit, das sind alles wichtige Themen, die ich zusammen mit den Partnern auch weiterentwickeln möchte.

00:06:45: Sie haben jetzt gerade gesagt, Sie möchten gemeinsam mit den Partnern Dinge weiterentwickeln, denn das eine ist ja das Aufbauen von Netzwerken, das andere ist das Pflegen der Netzwerke und das Ausbauen der Netzwerke. Haben sie sich denn schon konkrete Gedanken gemacht, mit welchen Regionen oder vielleicht auch mit welchen Partneruniversitäten sie in Zukunft Netzwerke ausbauen, pflegen, weiterentwickeln möchten?

00:07:08: Ja, da gibt es konkrete Pläne. Und zwar denke ich da so in unterschiedlichen geographischen Dimensionen. Also wenn man sich das mal lokal anschaut hier vor Ort in Kiel, da denk ich an einen Kiel Science Campus. Und dort hier zusammen mit den anderen Hochschulen und außeruniversitären Forschungsinstitutionen. Also zu nennen, wären zum Beispiel das Geomar, das Institut für Pädagogik in Naturwissenschaften und Mathematik, Institut für Weltwirtschaft, Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft, die Muthesius Kunsthochschule, die Fachhochschule Kiel, Max Rubner Institut, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein. Das wären so die Players, lokal hier in Kiel, Die nächsten Dimension wäre dann die regionale Dimension. Und da möchte ich die Kooperation in der Allianz für Spitzenforschung weiterentwickeln. Da sind insbesondere zu nennen Universität zu Lübeck, Max Planck Institut für Evolutionsbiologie, dann das Fraunhofer Institut für Siliziumtechnologie, Helmholtz Zentrum Geesthacht, das Zentrum für baltische und slawische Archäologie, also auch da gibt es eine ganze Reihe von verschiedenen Akteuren, mit denen wir sicherlich unsere Kooperationen sehr zielführend weiterentwickeln können. Das war die regionale Komponente. Jetzt gehen wir eine Stufe weiter auf die nationale Ebene. Und dort ist mein Gedanke, dass die CDU sicherlich sehr viele neue Impulse geben kann auch für den Universitätsverbund German U-15. Das ist der Verbund der forschungsstarken medizin-führenden Volluniversitäten in Deutschland. Und ich bin überzeugt, dass die CAU damit ihrer Forschungsstärke und mit ihren zukunftsorientierten Ziel wichtige Impulse geben kann, um diesen Universitätsverbund weiterzuentwickeln.

00:08:55: Und dann gibt es vielleicht noch die vierte Dimension, die internationale Dimension?

00:09:00: Ja, da sprechen Sie jetzt auch unsere Internationalisierungsstrategie an und das ist eine Komponente, die natürlich auch eine wichtige Bedeutung hat, nämlich auch vor dem Aspekt, dass ich die CAU als weltweite Netzwerkuniversität positionieren möchte. Und in diesem Kontext ist es ist wichtig, dass wir unsere strategischen Partnerschaften auch in globaler Perspektive weiterentwickeln und zugleich vor Ort hier in Kiel einen internationalen Campus gestalten.

00:09:31: Das ist eine charmante, eine sehr charmante Idee. Ein Ziel wird sicherlich auch sein, dass wir mehr internationale Studierende an den Standort Kiel locken und sie für Kiel begeistern. Das schließt aber auch ein bisschen mit ein, dass wir verstärkt mehr englischsprachige Studiengänge anbieten, und das vielleicht auch nicht mal gerade nur im Master, sondern vielleicht auch ein Bachelor, wo wir ja durchaus noch Nachholbedarf haben, um das Mal ganz vorsichtig ausdrücken., was ist natürlich auch sehr vielfältige Gründe hat. Wie sehen Sie denn hier ihre Pläne aufgestellt? Haben Sie da Pläne? Haben sie eine Idee dazu?

00:10:06: Ja, Sie sprechen eine wichtige Komponente an von dieser Internationalisierung auch zuhause. Also, dass wir hier vor Ort einen internationalen Campus gestalten unter anderem dadurch, dass wir auch vermehrt auch internationale Studierende hier nach Kiel holen, auf den Campus. Und da gibt es ja schon viele Aktivitäten jetzt bei der Entwicklung von internationalen Studiengängen, aber das können wir sicherlich noch weiter vorantreiben. Und Sie haben auch insbesondere den Bachelorbereich genannt. Da gibt es ja auch die Möglichkeit, dass man auch sozusagen auch zweisprachige Studiengängen, wo man bestimmte Komponenten auf Deutsch anbietet und andere Komponenten in anderen Sprachen. Und da ist es das Ziel, auch diese Aktivitäten weiterzuentwickeln. Und ich denke, da wird auch die Digitalisierung uns noch neue Möglichkeiten eröffnen. Also, dass wir die Person dann nicht unbedingt ausschließlich dann hier vor Ort bringen müssen, sondern auch mit virtuellen Methoden da entsprechend weiterkommen und dann vielleicht auch bestimmte Teilaspekte der Studiengänge dann auch in einer anderen Sprache machen können und damit auch die Möglichkeiten auch weiter öffnen.

00:11:17: Ich möchte noch einmal ganz kurz zurück zum Thema Exzellenzstrategie kommen. Ich wiederhole es auch nochmal: Die Uni Kiel war kurz davor, das große Ziel zu erreichen. Wo sehen Sie denn aktuell die größten Defizite der CAU, um exzellent zu werden?

00:11:31: Also ich glaube, da sind ja auch in dem Gutachten des Wissenschaftsrates, genau zu dem Exzellenzuniversitätsantrag, sind ja verschiedene Hinweise gegeben worden. Also es gilt jetzt, sozusagen in Ruhe diese Gutachten auch entsprechend zu studieren und die Analyse zu machen auch dem Ergebnis und des Prozesses. Ich denke, was man schon mal vielleicht benennen kann, das sind ja auch Punkte, die durchaus ja auch nach Gang der Exzellenzstrategie ja auch hier vor Ort schon diskutiert worden sind. Was benannt worden ist, sind die Bereiche Internationalisierung also Internationalisierungsstrategie, dass da sicherlich noch Möglichkeiten bestehen, da eine strategische Ausrichtung im Bereich der Internationalisierung, die weiter voranzutreiben, das wird sicherlich ein wichtiger Bereich sein, um den wir uns auch umgehend kümmern werden. Der zweite Punkt, der ja auch anklang dem Gutachten des Wissenschaftsrats, war der Bereich Transfer, dass da sozusagen die Aktivitäten, insbesondere was den Technologietransfer jetzt da betrifft, dass die noch weiterzuentwickeln sind. Auch dort ist es so, dass da bereits Dinge angestoßen worden sind und die wir sicherlich auch mit Volldampf dann aufnehmen werden, um uns da entsprechend auch weiterzuentwickeln.

00:12:55: Das sollte eigentlich jetzt eine etwas spätere Frage werden, aber genau zum Thema Transfer hätte ich jetzt auch eine Frage gehabt. Wie sehen Sie die Uni Kiel im Bereich Transfer, was ja in den letzten Jahren verstärkt zu der zu der dritten Säule geworden ist und was ja auch ein bisschen kritisch gesehen wurde oder auch teilweise immer noch wird, wie sehen Sie die Uni Kiel dort aufgestellt? Wenn wir jetzt auch hinschauen zu großen Projekten, die jetzt kurz davor sind, durch die Decke zu gehen, wie wie Captin Kiel, wo wir auch das Thema Digitalisierung mit drin haben, wo wir, wo wir autonomes Fahren, autonome Schifffahrt drin haben. Wie sehen Sie die Uni Kiel dort, sagen wir mal, perspektivisch aufgestellt.

00:13:30: Ja, Thema Transfer ist ein sehr wichtiges Thema, weil das nochmal auch deutlich macht, dass das durchaus ja auch die dritte Mission der Universität ist. Und genau als diese dritte Mission möchte ich auch dieses Thema weiterentwickeln und profilieren. Da ist es mir wichtig, deutlich zu machen, dass dieser Transfer wirklich auch in einem erweiterten Begriff zu verstehen ist. Was meine ich damit ? Also Transfer wird ja häufig nur eng geführt auf den Technologietransfer. Das ist es aber nicht nur, sondern es geht mir darum, wirklich diesen Transferbegriff auch im erweiterten Sinne zu definieren. Also dazu gehört auch ganz klar der Wissenstransfer und auch die Wissenschaftskommunikation und die ganzen Outreachaktivitäten und zusätzlich aber auch Aktivitäten wie zum Beispiel Politikberatung. Und das sind alles Teilaspekte vom Transfer. Das heißt, wir gehen da von einem erweiterten Begriff aus und da ist es so, dass durchaus in bestimmten Feldern, also ich nehme jetzt zum Beispiel mal die Wissenschaftskommunikation oder den Wissenstransfer, dass das durchaus jetzt schon zu den Stärken von Kiel gehört und auch nach außen auch so sichtbar ist. Also diese Stärken möchte ich natürlich gerne weiterentwickeln und mit innovativen Dialog- und Beteiligungsformaten aufbauen auf die ganzen tollen Projekten, die es hier schon gibt. Also so zum Beispiel in Richtung von Citizen-Science-Projekten oder auch Bürgerdialogen. Und da ist es auch gerade, wenn wir jetzt Dialog mit der Gesellschaft haben, also Bürgerdialoge, diese wirkliche Interaktion mit Akteuren aus der Gesellschaft, da haben wir ja auch tolle mögliche Instrumente, die wir einsetzen können. Und da nenne ich als Beispiel die Schleswig-Holsteinische Universitätsgesellschaft. Das ist ja auch durchaus auch ein Alleinstellungsmerkmal der Kieler Universität, was ies uns ermöglicht, diesen Dialog, diesen wichtigen Dialog mit verschiedenen Teilen der Gesellschaft, auch in das ganze Bundesland wirklich auszurollen. Ja, wir können vor Ort gehen, ja in den verschiedenen Regionen in Schleswig-Holstein und in den Dialog treten, mit den Bürgerinnen und Bürgern dann wirklich vor Ort. Und ich möchte nochmal betonen, dass das jetzt schon zu den Stärken gehört und dass ich das natürlich auch gerne ausbauen möchte. Und da ist es auch in dem Kontext interessant, dass unser Senatsvorsitzender Herr Professor Duschl, ja gleichzeitig auch der wissenschaftliche Leiter der Universitätsgesellschaft ist, so dass da auch wirklich eine ganz enge Anbindung ist, auch an die Universität. Und ich danke auch an dieser Stelle den ganzen Kolleginnen und Kollegen, die sich hier ja toll einbringen und engagieren, und genau hat diese Dialogbereitschaft der Universität mit der Gesellschaft zum Ausdruck zu bringen.

00:16:21: Dann lassen Sie uns hier mal einen kleinen gedanklichen Cut machen. Welche Rolle sollen denn ihre Vizepräsidenten und ihre Vizepräsidentin in Zukunft spielen?

00:16:31: Ja, das ist ein wichtiges Thema und da möchte ich gerne betonen, dass ich unser Präsidium als Team sehe, Das heißt, wir sind nur gemeinsam stark und nicht jetzt sozusagen einzelne Personen, sondern als Team. Und das heißt, die Vizepräsidenten werden eine sehr wichtige Rolle auch im zukünftigen Präsidium spielen. Wir werden klar zugeteilte Ressorts haben und klare Zuständigkeiten auf der einen Seite, und auf der anderen Seite ist es wichtig, dass wir uns auch wirklich als Team sehen und auch als Team begreifen und zusammen dann auch die wesentlichen Entscheidungen treffen. Und das ist deshalb so wichtig, weil ja ganz viele Fragen, mit denen wir uns beschäftigen werden, komplex sind. Und da ist es wichtig, dass wir die unterschiedlichen Sichtweisen aus den unterschiedlichen Hintergründen der Vizepräsidenten, aber natürlich auch aus der unterschiedlichen Perspektive der einzelnen Ressorts dann zusammenführen und wirklich dann zu guten Entscheidungen kommen. Und letztendlich immer das gesamtuniversitäre Interesse bei den Entscheidungen vor Augen zu haben, also nicht sozusagen nur die Brille eines einzelnen Ressorts, sondern die Brille der gesamten Universität.

00:17:48: Das passt sehr gut zu meiner nächsten Frage, denn Frau Professorin Matz-Lück und Herr Professor Quandt kommen aus Juristischen beziehungsweise aus der Technischen Fakultät. Und das sind beides zwei Fakultäten, die bisher nicht im Präsidium vertreten waren, jedenfalls nicht als Vizepräsidentin oder Vizepräsident. War das Absicht von Ihnen, bewusst ihre Vizepräsidentin und ihren Vizepräsidenten aus diesen Fakultäten zu berufen?

00:18:13: Ja, also die Zusammenstellung des Vizepräsidententeams war schon eine komplexe Aufgabe in der Art und Weise, dass da natürlich verschiedene Aspekte zu berücksichtigen waren. Also ich habe versucht, wenn es jetzt um die auch Einbindung der verschiedenen Fakultäten und Fächerkulturen geht, da natürlich das große Spektrum unserer Volluniversität zumindest ansatzweise auch im Präsidium möglichst gut abzubilden. Das heißt, dass die verschiedenen Wissenschaftsgebiete da in gewisser Weise auch vertreten sind. Das war ein wichtiger Aspekt für mich. Ein weiterer wichtiger Aspekt war durchaus auch mal zu schauen, welche Fakultäten waren in der Vergangenheit schon einmalmal im Präsidium vertreten um dann möglicherweise nicht immer nur die gleichen Fakultäten zu berücksichtigen, sondern auch durchaus mal Fakultäten, die jedenfalls in den letzten Jahren nicht im Präsidium mitvertreten waren. Und das ist unter anderem halt auch die Juristische Fakultät oder die Technische Fakultät. Deshalb freue ich mich, dass es auch möglich war, sozusagen Personen aus diesen Fakultäten für dieses Amt gewinnen zu können. Aber neben der Repräsentanz der verschiedenen Fakultäten ist es natürlich auch wichtig, dass da wirklich auch Expertisen für die einzelnen Ressorts mit den Personen verbunden sind und diese Personen diese Expertise auch mitbringen. Das war natürlich auch ein ganz wesentlicher Aspekt. Ein weiterer Aspekt war auch die Tatsache, ob schon Führungserfahrung, entweder in Gremien der Universität oder auch in anderen Kontexten, vorhanden ist und natürlich auch die Persönlichkeit. Aber es war mir auch wichtig, da eine gewisse Mischung auch von Gender aber auch vom Alter her in unserem Team zu haben, um einfach letztendlich auch durch die Diversität und die Unterschiedlichkeit letztendlich eine gute Kombination von verschiedenen Sichtweisen zusammenzubringen.

00:20:13: In ihrer Antrittsrede haben sie gesagt, und da möchte ich gerne einmal zitieren: "Ich möchte zusammen mit ihnen eine Universitätskultur pflegen, bei der sie sich alle in die Entwicklung unserer Universität einbringen können und mit Stolz als Teil dieser Universität fühlen." Was heißt das konkret für mich als Mitarbeitender der CAU?

00:20:32: Ja, das ist ein ganz wichtiges Signal, was ich damit setzen möchte, denn die Universitätskultur und die Pflege der Universitätskultur hier vor Ort an der CAU ist mir wirklich ein wichtiges Anliegen. Ich möchte gerne einne Corporate identity. Eine gemeinsame Identität pflegen und weiterentwickeln. Ja, das meine ich mit "Stolz als Teil der Universität", ja, dass man sich wirklich zugehörig fühlt zur Universität. Und das heißt gleichzeitig auch, dass man sich einbringen kann. Jeder Mitarbeiter und jede Mitarbeiterin kann sich einbringen in die Weiterentwicklung unserer Universität. Also das ist kein Closed-Shop oder kein exklusiver Club, sondern da ist jeder wirklich willkommen, sich in die Entwicklung mit einzubringen.

00:21:18: Schließt das denn auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Verwaltung ein?

00:21:21: Ja, ganz klar. Also das ist ja ganz ganz bewusst breit angelegt. Das impliziert alle Statusgruppen, die Studierenden, die technisch-administrativen Mitarbeitenden, die wissenschaftlichen Mitarbeitenden, die Professorinnen und Professoren. Das sind alle Statusgruppen. Und ganz explizit richtet sich die Einladung an die Mitarbeitenden aus der Wissenschaft, aber natürlich auch aus der Verwaltung, weil gemeinsam sind wir die Universität. Das sind alles Teile unserer Universität und nur durch das Zusammenwirken und das wirklich konstruktive Zusammenwirken dieser unterschiedlichen Gruppierungen an Personen und der unterschiedlichen Hintergründe, ja, nur durch das Zusammenwirken wird das richtig gut.

00:22:09: Wie sieht das denn mit den Studierenden aus?

00:22:12: Naja also die Studierenden hab ich ja eben sozusagen ganz explizit auch erwähnt. Die Studierenden sind ein ganz wesentlicher Bestandteil von unserer Universität. Und natürlich möchte ich die Studierende ganz eng auch einbinden in die wichtigen Fragen, die unsere Universität in den nächsten Jahren beschäftigen werden. Also ich möchte hier nochmal ganz klar und deutlich sagen: Ich bin eine Präsidentin für alle. Jetzt nicht nur für einen exklusiven Club oder einzelne Gruppierungen. Nein, für alle. Und das ist ein ganz klares Angebot und eine herzliche Einladung, die ich ausspreche an alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Universität, alle Mitglieder der Universität, hier wirklich auch in den nächsten Jahren sich einzubringen, dass wir gemeinsam unsere Universität voranbringen.

00:23:03: Ich komme jetzt tatsächlich langsam zum Schluss und vielleicht haben Sie sich schon darauf gewartet. Es gibt so ein oblogatorisches Thema, was momentan leider über allem schwebt: Das Thema Corona. Wir haben Sie, die CAU damals quasi noch aus der Ferne des Südens in dieser Coronakrise aufgestellt gesehen?

00:23:21: Das ist eine sehr gute Frage, weil natürlich die Coronakrise sehr relevantes Thema ist und weil natürlich auch nochmal der Vergleich des Krisenmanagements an den unterschiedlichen Standorten wirklich interessant ist. Ich muss sagen, ich habe auch damals schon, als ich mich sozusagen im Juni, Mai vorbereitet habe entsprechend für die Wahl immer schon gedacht habe, die macht das echt gut die CAU. Also mich hat beeindruckt, dass es ein sehr promptes Krisenmanagement war und auch ein sehr koordiniertes Vorgehen. Gut abgestimmt, das Presidium auch mit den Fakultäten, und ich hab das Gefühl, dass das einfach in der Vergangenheit sehr gut gelaufen ist. Dass also sozusagen in der Rückschau das Sommersemester jetzt unter den Bedingungen, unter den schwierigen Bedingungen, einfach sehr gut gemanagt worden ist. Das wollen wir natürlich jetzt in der Zukunft auch weiter so fortführen und weiterentwickeln. Wir wollen natürlich gleichzeitig auch lernen, aus dem, wie es jetzt im Sommersemester gelaufen ist, um letztendlich uns dann für die Zukunft auch wirklich gut aufzustellen.

00:24:37: Letzte Frage: Sie wirken motiviert und man sieht Ihnen ihre Begeisterung und ihren Tatendrang förmlich an. Was möchten sie zum Schluss Ihrer neuen Universität mit auf den Weg geben?

00:24:48: Ne herzliche Einladung! Also eine herzliche Einladung an alle Mitglieder. Das ist jetzt eine große Chance, eine große Chance sozusagen auch mit der Perspektive von außen, dass wir unsere Universität weiterentwickeln hin zu einer weltweiten Netzwerkuniversität, die zu den 15 exzellenten Universitäten Deutschlands gehört und auch eine zentrale Akteurin in Wissenschaft und Gesellschaft vor Ort ist. Und das ist eine große Chance, wo wir alle Mitglieder der Universität brauchen. Wir müssen jetzt gemeinsam an einem Strang ziehen, um dieses gemeinsame Ziel zu erreichen. Das heißt, ich lade nochmal ganz herzlich alle Mitglieder der Universität ein, diesen gemeinsamen Weg zusammen mit mir und meinen Kolleginnen und Kollegen im neuen Präsidium auch gemeinsam zu beschreiten. Wird eine spannende Aufgabe und glaube ich eine schöne Zeit.

00:25:41: Ja, dann sind wir auch soweit durch mit dem Interview und vielen Dank schonmal. Ganz zum Schluss möchte ich aber noch eine Sache mit Ihnen machen. Und zwar würde ich Ihnen jetzt gerne zehn Fragen am Stück stellen und ich möchte Sie bitten, die Fragen möglichst direkt und spontan zu beantworten.

00:26:02: Zehn Fragen an.

00:26:04: Schwarz, weiß oder Farbe?

00:26:05: Farbe.

00:26:05: Helau oder Alaaf?

00:26:09: Gar nichts von beiden.

00:26:10: Beatles oder Brahms.

00:26:12: Brahms, klar!

00:26:13: Buch oder Ebook?

00:26:14: Was war das?

00:26:15: Oh, verdammt, genuschelt.

00:26:16: Buch oder Ebook?

00:26:17: Ebook.

00:26:18: Fahrrad oder Auto?

00:26:20: Fahrrad vollkommen klar. Und kein E-Bike, sondern wirklich in die Pedale treten.

00:26:23: Wenn sie nicht Medizinerin geworden werden, dann?

00:26:26: Da gibt es eine ganze Reihe von Möglichkeiten. Pianistin!

00:26:29: Exzellenzuniversität ja oder Nein?

00:26:31: Ja.

00:26:33: Ist das Glas halb voll oder halb leer?

00:26:34: Naja, vollkommen klar: Halb voll.

00:26:38: Tatort Frankfurt oder Tatort Kiel?

00:26:40: Naja, Kiel selbstverständlich.

00:26:42: Marathon oder Sprint?

00:26:42: Beides.

00:26:46: Zehn Fragen an

00:26:47: Ja, liebe Hörerinnen und Hörer, das war "wissen.schafft.dialog. Der CAU-Podcast", heute mit Frau Professorin Dr. med. Simone Fulda. Ich hoffe, es hat ihnen ein bisschen gefallen und zum Abschluss verbleibe ich mit einem freundlichen Moin Moin und sage auf Wiederhören. wissen.schafftft.dialog. Der CAU-Podcast.

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